Pflegegrad beantragen 2026: Antrag, Begutachtung und wichtige Tipps

Kurzantwort

Pflegegrad beantragen: Der erste Schritt ist einfacher als gedacht

Der Antrag geht an die Pflegekasse der versicherten Person. Er kann zunächst formlos gestellt werden. Wichtig sind ein nachweisbares Antragsdatum, vollständige Kontaktdaten und anschließend eine ehrliche Vorbereitung auf die Begutachtung. Im regulären Verfahren soll die Entscheidung innerhalb von 25 Arbeitstagen vorliegen.

1 kurzer AntragZum Start genügt eine eindeutige Erklärung gegenüber der Pflegekasse.
2 WochenInnerhalb dieser Frist soll eine Pflegeberatung angeboten werden.
25 ArbeitstageGesetzliche Regelfrist für Begutachtung und Entscheidung.
6 LebensbereicheDie Selbstständigkeit im Alltag steht im Mittelpunkt der Begutachtung.

Einen Pflegegrad zu beantragen wirkt für viele Familien zunächst wie ein kompliziertes Verwaltungsverfahren. Der Antrag selbst ist jedoch nur der Start. Entscheidend ist, wie der tatsächliche Hilfebedarf im Alltag dokumentiert und beim Begutachtungstermin beschrieben wird. Dieser Ratgeber führt Schritt für Schritt durch Antrag, Unterlagen, Begutachtung, Fristen, Bescheid und einen möglichen Widerspruch.

Pflegegrad in fünf Schritten beantragen

Wenn gerade wenig Zeit bleibt, führt dieser Ablauf direkt zu den entscheidenden Aufgaben und den passenden Abschnitten im Ratgeber:

In wenigen Minuten starten

Vom ersten Antrag bis zur gut vorbereiteten Begutachtung

Sie müssen nicht alles sofort erledigen. Sichern Sie zuerst das Antragsdatum und arbeiten Sie die nächsten Schritte anschließend in Ruhe ab.

Antragsmuster direkt öffnen →
  1. 01Pflegekasse ermittelnSie gehört zur Krankenversicherung der betroffenen Person.Zuständige Stelle finden →
  2. 02Antrag nachweisbar absendenEine formlose, eindeutige Erklärung setzt das Verfahren in Gang.Mustertext verwenden →
  3. 03Eingang und Datum sichernBestätigung, Sendebericht oder abgestempelte Kopie aufbewahren.Sicheren Antragsweg wählen →
  4. 04Den Pflegealltag dokumentierenHilfen, Risiken, Nächte und schlechte Tage konkret notieren.Pflegetagebuch vorbereiten →
  5. 05Begutachtung vorbereitenUnterlagen und eine vertraute Begleitperson organisieren.Prüfbereiche ansehen →
Kurzfassung für den sofortigen AntragMit persönlichen Daten ergänzen
Hiermit beantrage ich für Frau/Herrn [Name, Geburtsdatum, Versichertennummer] Leistungen der Pflegeversicherung und die Feststellung eines Pflegegrades. Bitte bestätigen Sie den Eingang des Antrags schriftlich und senden Sie uns die erforderlichen Unterlagen zu. Mit freundlichen Grüßen [Name und Kontaktdaten]
Angehörige bereiten gemeinsam Unterlagen für den Pflegegrad-Antrag vor
Gemeinsam vorbereiten Der Antrag startet das Verfahren – die Dokumentation erklärt den Alltag Arztberichte sind hilfreich. Für den Pflegegrad zählt zusätzlich, wobei die Person regelmäßig Unterstützung, Anleitung oder Beaufsichtigung braucht.

Welche Pflegekasse ist zuständig?

Zuständig ist die Pflegekasse der pflegebedürftigen Person. Sie ist organisatorisch bei deren Krankenkasse angesiedelt. Wer bei AOK, TK, Barmer oder DAK versichert ist, wendet sich daher an diese Krankenkasse und kennzeichnet das Anliegen als Antrag an die Pflegekasse. Privatversicherte wenden sich an ihre private Pflegepflichtversicherung.

Gesetzlich versichert

Pflegekasse bei der Krankenkasse

Die Pflegekasse beauftragt gewöhnlich den Medizinischen Dienst mit der Begutachtung.

Privat versichert

Private Pflegepflichtversicherung

Die Begutachtung erfolgt in der Regel durch Medicproof.

Angehörige

Mit Vollmacht handeln

Eine bevollmächtigte Person oder eine zuständige gesetzliche Betreuung kann den Antrag stellen und Schriftverkehr übernehmen.

Zusatz bei Antrag durch AngehörigeVollmacht beifügen
Ich handle als bevollmächtigte Person für Frau/Herrn [Name]. Eine Kopie der Vollmacht füge ich bei. Bitte richten Sie den weiteren Schriftverkehr an [Name und Adresse].

Formularseiten können sich ändern. Deshalb steht an erster Stelle die offizielle Krankenkassenliste des GKV-Spitzenverbands. Die folgenden geprüften Seiten führen zu häufig genutzten Pflegekassen.

Formloser Pflegegrad-Antrag: vollständige Musterformulierung

Für den Start ist kein ausführlicher Bericht erforderlich. Die Erklärung muss erkennen lassen, dass Leistungen der Pflegeversicherung und die Feststellung eines Pflegegrades beantragt werden. Das Formular der Kasse kann anschließend folgen.

Muster für Brief, Fax oder akzeptierte elektronische ÜbermittlungDatum und Nachweis sichern
Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit beantrage ich für Frau/Herrn [Vorname, Nachname, Geburtsdatum, Versichertennummer] Leistungen der Pflegeversicherung und die Feststellung eines Pflegegrades. Bitte bestätigen Sie den Eingang dieses Antrags schriftlich, senden Sie uns die erforderlichen Antragsunterlagen zu und bieten Sie einen Termin zur Pflegeberatung an. Bitte übersenden Sie mit dem späteren Bescheid auch das vollständige Pflegegutachten. Mit freundlichen Grüßen [Name, Anschrift, Telefonnummer und Unterschrift]
Zusatz bei dringender VersorgungssituationNur verwenden, wenn zutreffend
Aufgrund der aktuellen Versorgungssituation bitten wir um eine beschleunigte Prüfung. Die versicherte Person wird voraussichtlich ab [Datum] aus [Krankenhaus/Rehabilitation] entlassen beziehungsweise benötigt wegen [kurze Begründung] kurzfristig Unterstützung bei [konkrete Aufgaben]. Bitte teilen Sie uns mit, welche Unterlagen für die verkürzte Begutachtungsfrist benötigt werden.

Online, Brief, Fax, E-Mail oder Telefon?

Ein Antrag kann grundsätzlich auch telefonisch erklärt werden. Für Familien ist ein nachweisbarer Weg dennoch meist hilfreicher. Welche Online- oder E-Mail-Kanäle akzeptiert werden, richtet sich nach der jeweiligen Pflegekasse.

Sehr praktisch

Online-Portal der Kasse

Schnell und häufig mit direkter Eingangsbestätigung. Bestätigung als PDF oder Bildschirmfoto sichern.

Gut nachweisbar

Fax oder persönliche Abgabe

Sendebericht beziehungsweise abgestempelte Kopie zusammen mit den Unterlagen aufbewahren.

Klassisch

Brief

Kopie behalten und einen Versandweg wählen, mit dem der Zugang später nachvollzogen werden kann.

Zusätzlich bestätigen

Telefon oder E-Mail

Telefonische Anträge sind möglich. E-Mail-Adressen und Annahmebedingungen unterscheiden sich. Eingang deshalb schriftlich bestätigen lassen.

Nach einem Telefonat kurz schriftlich nachfassen

„Wie heute telefonisch besprochen, beantrage ich hiermit Leistungen der Pflegeversicherung und die Feststellung eines Pflegegrades. Bitte bestätigen Sie mir das erfasste Antragsdatum.“

Das Formular der Pflegekasse richtig ausfüllen

Nach dem formlosen Antrag versendet die Pflegekasse häufig ein eigenes Formular. Typisch sind Angaben zu versicherter Person, Pflegesituation, Pflegepersonen, Bankverbindung, Vollmacht und gewünschter Leistungsart.

Pflegegeld

Pflege selbst organisiert

Relevant, wenn Angehörige oder andere private Pflegepersonen die häusliche Pflege übernehmen.

Sachleistung

Ambulanter Pflegedienst

Relevant, wenn ein zugelassener Pflegedienst abrechenbare Pflegeleistungen übernimmt.

Kombinationsleistung

Pflegedienst und Angehörige

Sachleistung wird nur teilweise genutzt; Pflegegeld kann anteilig verbleiben.

Stationäre Pflege

Versorgung im Pflegeheim

Relevant, wenn dauerhaft vollstationäre Pflege beantragt oder geplant wird.

Bei Unsicherheit nicht raten

Bitten Sie die Pflegekasse um Beratung, bevor eine Leistungsart dauerhaft festgelegt wird. Die Pflegeberatung soll nach Antragstellung innerhalb von zwei Wochen angeboten beziehungsweise ermöglicht werden.

Verständliche Pflegeberatung für Angehörige beim Antrag auf Pflegegrad
Beratung nutzen Pflegegrad und spätere Versorgung getrennt, aber gemeinsam denken Der Pflegegrad bestimmt Ansprüche. Welche Kombination aus Angehörigen, Pflegedienst, Hilfsmitteln und Betreuung zuhause passt, wird anschließend geplant.

Welche Unterlagen helfen bei der Begutachtung?

Für den ersten formlosen Antrag braucht es meist noch keinen vollständigen Aktenordner. Beim Begutachtungstermin helfen aktuelle, übersichtliche Unterlagen jedoch dabei, Diagnosen mit den Folgen im Alltag zu verbinden.

Medizinische Unterlagen

  • Arzt- und Facharztberichte
  • Krankenhaus- und Reha-Berichte
  • Therapie- und Entlassungsberichte
  • relevante Diagnosen

Medikamente und Hilfsmittel

  • aktueller Medikamentenplan
  • Rollator oder Rollstuhl
  • Pflegebett und Transferhilfen
  • Inkontinenz- und weitere Hilfsmittel

Pflegealltag

  • Pflegetagebuch
  • nächtlicher Hilfebedarf
  • Stürze und Beinahe-Stürze
  • Orientierungs- und Sicherheitsprobleme

Organisation

  • Versichertennummer
  • Vollmacht oder Betreuerausweis
  • Kontaktdaten der Pflegepersonen
  • Liste beteiligter Dienste und Ärzte

Pflegetagebuch: Nicht Minuten sammeln, sondern Situationen erklären

Ein Pflegetagebuch ist nicht verpflichtend. Es macht aber sichtbar, was beim einzelnen Termin leicht übersehen wird. Dokumentieren Sie idealerweise über sieben bis vierzehn Tage, welche Hilfe tatsächlich notwendig ist, wie häufig sie gebraucht wird und was ohne Unterstützung passieren würde.

Aufstehen, Umsetzen, Gehen und Treppen
Waschen, Duschen, Anziehen und Toilettengang
Essen, Trinken und ausreichende Flüssigkeit
Medikamente, Messungen und Arzttermine
Orientierung, Weglaufen oder gefährliche Situationen
Unruhe, Ängste oder Abwehrverhalten
nächtliche Hilfe und unterbrochener Schlaf
Aufsicht, Anleitung und Kontrolle durch Angehörige
Zu ungenau

„Meine Mutter braucht manchmal Hilfe.“

Es fehlen Aufgabe, Häufigkeit, Umfang und das Risiko ohne Unterstützung.

Besser

„Morgens braucht sie Hilfe beim Aufstehen, Waschen und Anziehen.“

Die konkrete Alltagssituation lässt sich bei der Begutachtung nachvollziehen.

Zu ungenau

„Mein Vater ist vergesslich.“

Die Aussage zeigt noch nicht, wie Selbstständigkeit und Sicherheit betroffen sind.

Besser

„Er vergisst Medikamente und lässt den Herd eingeschaltet.“

Die benötigte Erinnerung und Beaufsichtigung wird konkret erkennbar.

Unterstützung bei eingeschränkter Mobilität als Teil der Pflegebegutachtung
Alltag statt Diagnose Die entscheidende Frage lautet: Was gelingt noch selbstständig? Nicht nur körperliche Einschränkungen zählen. Auch Demenz, psychische Belastungen, Anleitung und notwendige Beaufsichtigung können den Pflegegrad beeinflussen.

Was passiert nach dem Antrag?

  1. Eingang bei der PflegekassePrüfen Sie die Eingangsbestätigung und das dort erfasste Antragsdatum.
  2. Pflegeberatung wird angebotenDie Pflegekasse soll einen Beratungstermin innerhalb von zwei Wochen ermöglichen oder einen Beratungsgutschein ausstellen.
  3. Begutachtung wird beauftragtBei gesetzlich Versicherten meist durch den Medizinischen Dienst, privat häufig durch Medicproof.
  4. Termin und ErhebungJe nach Fall als Hausbesuch, strukturiertes Telefoninterview oder in anderer zulässiger Form.
  5. Gutachten und BescheidDie Pflegekasse entscheidet über den Pflegegrad. Gutachten und Bescheid sollten anschließend sorgfältig verglichen werden.

Was wird beim Begutachtungstermin geprüft?

Im Mittelpunkt steht nicht eine einzelne Diagnose, sondern der Grad der Selbstständigkeit. Der Medizinische Dienst betrachtet sechs Lebensbereiche. Bei Kindern gelten altersbezogene Besonderheiten.

01MobilitätAufstehen, Umsetzen, Fortbewegen, Treppen und Positionswechsel.
02Kognitive FähigkeitenOrientierung, Erkennen, Verstehen, Entscheiden und Kommunizieren.
03Verhalten und PsycheUnruhe, Ängste, Abwehr, nächtliches Umhergehen oder andere Belastungen.
04SelbstversorgungWaschen, Anziehen, Essen, Trinken und Toilettengang.
05Krankheit und TherapieMedikamente, Messungen, Verbände, Arztbesuche und Behandlungen.
06Alltag und KontakteTagesstruktur, Beschäftigung, Zukunftsplanung und soziale Kontakte.
Eine vertraute Person sollte möglichst teilnehmen

Betroffene Menschen schätzen ihre Fähigkeiten manchmal anders ein oder spielen Schwierigkeiten aus Scham herunter. Eine Person, die den Alltag kennt, kann sachlich ergänzen.

Hilfebedarf ehrlich und konkret beschreiben

Gute Angaben verbinden Situation, notwendige Hilfe, Häufigkeit und Folge ohne Hilfe. Beschönigen und Übertreiben sind gleichermaßen nicht hilfreich. Beschreiben Sie auch schlechte Tage, Nächte und schwankende Verläufe.

Situation

„Beim Duschen wird meiner Mutter schwindelig und sie kann nicht sicher stehen.“

Benötigte Hilfe

„Eine Person muss sie in die Dusche begleiten, sichern und beim Waschen unterstützen.“

Häufigkeit und Risiko

„Das ist bei jedem Duschen nötig; allein besteht konkrete Sturzgefahr.“

Diese Fehler können die Einschätzung verfälschen

Nur den besten Tag zeigen

Schwankungen, schlechte Tage und Erschöpfung bleiben dadurch unsichtbar.

Nur Diagnosen aufzählen

Erklären Sie zusätzlich, welche Unterstützung daraus im Alltag entsteht.

Nächte vergessen

Toilettengänge, Unruhe oder notwendige Kontrollen gehören zur Pflegesituation.

Aus Scham beschönigen

Inkontinenz, Körperpflege und psychische Auffälligkeiten sachlich benennen.

Angehörige bleiben still

Wenn Aussagen nicht zum Alltag passen, respektvoll und konkret ergänzen.

Unterlagen ungeordnet lassen

Wichtige Informationen werden leichter übersehen, wenn sie nicht auffindbar sind.

Pflegende Angehörige benötigen Entlastung und eine tragfähige Versorgung
Belastung sichtbar machen Auch Aufsicht, nächtliche Hilfe und ständige Organisation gehören zum Pflegealltag Der Pflegegrad bewertet die Selbstständigkeit der versicherten Person. Die Beschreibung der tatsächlich notwendigen Unterstützung macht diesen Bedarf nachvollziehbar.

Bearbeitungsfristen und echte Eilfälle

Die gesetzlichen Fristen hängen von der Versorgungssituation ab. Eine allgemeine Überforderung oder der Wunsch nach schneller Bearbeitung führt nicht automatisch zur verkürzten Frist. Die besonderen Voraussetzungen sollten der Pflegekasse deshalb konkret mitgeteilt und belegt werden.

25Arbeitstage regulärRegelfrist vom Antragseingang bis zur schriftlichen Entscheidung der Pflegekasse.
5Arbeitstage in bestimmten EilfällenUnter anderem bei Krankenhaus, stationärer Reha, Hospiz oder ambulanter Palliativversorgung, wenn die Begutachtung für die weitere Versorgung erforderlich ist oder Pflegezeit beziehungsweise Familienpflegezeit angekündigt wurde.
10Arbeitstage zuhauseWenn die Person zuhause ohne Palliativversorgung lebt und eine Pflegeperson Pflegezeit oder Familienpflegezeit angekündigt hat.
2Wochen für BeratungFrist für einen angebotenen Beratungstermin beziehungsweise einen einlösbaren Beratungsgutschein.
Für Fristen zählt der konkrete Einzelfall

Informieren Sie die Pflegekasse sofort über Krankenhausentlassung, Palliativversorgung oder angekündigte Pflegezeit. Bei Unklarheiten gelten Bescheid, Verfahrensstand und gesetzliche Voraussetzungen; dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.

Pflegegrad bewilligt: Was sollte jetzt geprüft werden?

Kontrollieren Sie Pflegegrad, Wirksamkeitsdatum und Gutachten. Danach sollte nicht nur das Pflegegeld betrachtet werden. Je nach Pflegegrad und Situation kommen weitere Leistungen hinzu.

Pflegegeld und Sachleistung

Welche Leistung zur Organisation zuhause passt, erklärt der Ratgeber zum Pflegegeld 2026.

Ersatz- und Kurzzeitpflege

Für Ausfälle und Übergänge gilt der gemeinsame Jahresbetrag.

Wohnraum und Hilfsmittel

Zuschüsse und Pflegehilfsmittel können Sicherheit und Selbstständigkeit verbessern.

Entlastung für Angehörige

Rechte, soziale Absicherung und Hilfen zeigt der Ratgeber für pflegende Angehörige.

Einen vollständigen Überblick über Beträge und Ansprüche finden Sie unter Pflegegrade und Pflegeleistungen 2026.

Pflegegrad abgelehnt oder zu niedrig eingestuft

Vergleichen Sie Gutachten und tatsächlichen Alltag. Fehlen wichtige Einschränkungen oder wurden Angaben falsch gewichtet, kann ein Widerspruch sinnvoll sein. Häufig gilt eine Frist von einem Monat nach Bekanntgabe des Bescheids; maßgeblich ist die Rechtsbehelfsbelehrung im konkreten Bescheid.

Kurzer fristwahrender WiderspruchBescheiddatum einsetzen
Sehr geehrte Damen und Herren, gegen Ihren Bescheid vom [Datum] lege ich hiermit fristwahrend Widerspruch ein. Bitte senden Sie mir, soweit noch nicht vorliegend, das vollständige Pflegegutachten zu. Eine ausführliche Begründung reiche ich nach Prüfung des Gutachtens nach. Mit freundlichen Grüßen [Name]

Die nächsten Schritte erklärt ausführlich der Ratgeber Pflegegrad abgelehnt: Widerspruch richtig einlegen.

Komplette Checkliste zum Pflegegrad-Antrag

Pflegekasse und Versichertennummer feststellen
Vollmacht prüfen, wenn Angehörige handeln
formlosen Antrag nachweisbar absenden
Eingangsbestätigung und Antragsdatum kontrollieren
Pflegeberatung und vollständiges Gutachten anfordern
Antragsformular der Pflegekasse vollständig zurücksenden
Arzt-, Krankenhaus- und Therapieberichte sammeln
Medikamentenplan und Hilfsmittelübersicht bereitlegen
Pflegetagebuch über sieben bis vierzehn Tage führen
schlechte Tage, Nächte und Gefahren dokumentieren
vertraute Begleitperson für den Termin einplanen
Bescheid und Gutachten anschließend vergleichen
Persönliche Beratung zur Organisation der Pflege zuhause
Nach dem Bescheid Der Pflegegrad schafft Ansprüche – die Versorgung muss trotzdem organisiert werden Familien brauchen einen realistischen Plan für Alltag, Fachpflege, Entlastung, Sicherheit und verlässliche Ansprechpartner.

Pflege zuhause nach dem Antrag organisieren

Reicht stundenweise Unterstützung nicht aus, kann eine Betreuungskraft zuhause bei Haushalt, Mahlzeiten, Begleitung, Orientierung und Grundversorgung unterstützen. Medizinische Behandlungspflege bleibt Aufgabe entsprechend qualifizierter Fachkräfte.

Pflege24-7 erfasst die Betreuungssituation, stellt vor der Entscheidung ein ausführliches Profil bereit und bleibt deutschsprachiger Ansprechpartner. Weitere Grundlagen erklären die Ratgeber Wie funktioniert Betreuung zuhause?, Ablauf der Vermittlung und Was darf eine Betreuungskraft?.

FAQ: Häufige Fragen zum Pflegegrad-Antrag 2026

Wo beantrage ich einen Pflegegrad?

Bei der Pflegekasse der versicherten Person. Sie ist bei der jeweiligen gesetzlichen Krankenkasse angesiedelt. Privatversicherte wenden sich an ihre private Pflegepflichtversicherung.

Reicht ein formloser Antrag?

Für den Start genügt grundsätzlich eine eindeutige Erklärung, dass Leistungen der Pflegeversicherung und die Feststellung eines Pflegegrades beantragt werden. Die Pflegekasse kann anschließend ihr Antragsformular anfordern.

Kann ich den Pflegegrad telefonisch beantragen?

Ja, eine telefonische Antragstellung ist grundsätzlich möglich. Für den Nachweis des Datums ist es sinnvoll, sich den Eingang bestätigen zu lassen oder das Telefonat unmittelbar schriftlich zusammenzufassen.

Ab wann werden Pflegeleistungen gezahlt?

Leistungen setzen einen Antrag voraus und können grundsätzlich nicht beliebig rückwirkend verlangt werden. Deshalb sollte der Antrag früh gestellt werden. Beginn und Voraussetzungen ergeben sich aus dem individuellen Bescheid.

Wie lange darf die Entscheidung dauern?

Im Regelfall beträgt die gesetzliche Frist 25 Arbeitstage. Für bestimmte Krankenhaus-, Reha-, Hospiz-, Palliativ- und Pflegezeit-Konstellationen gelten verkürzte Fristen von fünf oder zehn Arbeitstagen.

Muss der Hausarzt den Pflegegrad beantragen?

Nein. Der Antrag geht an die Pflegekasse. Arztberichte und medizinische Unterlagen können die Begutachtung aber sinnvoll ergänzen.

Findet die Begutachtung immer als Hausbesuch statt?

Nicht zwingend. Die Begutachtung kann je nach Fall als persönliches Gespräch zuhause, als strukturiertes Telefoninterview oder in einer anderen gesetzlich zulässigen Form erfolgen.

Was sollte ich beim Termin nicht vergessen?

Nächtliche Hilfe, schlechte Tage, Anleitung, Beaufsichtigung, Demenz, psychische Auffälligkeiten und Risiken sollten ebenso beschrieben werden wie körperliche Hilfe.

Was kann ich bei Ablehnung tun?

Bescheid und vollständiges Gutachten prüfen. Wenn der Alltag unvollständig oder falsch bewertet wurde, kann innerhalb der im Bescheid genannten Frist Widerspruch eingelegt werden.

Kann später eine Höherstufung beantragt werden?

Ja. Wenn die Selbstständigkeit weiter abnimmt oder mehr Unterstützung benötigt wird, kann bei der Pflegekasse eine erneute Begutachtung beziehungsweise Höherstufung beantragt werden.

Fazit: Früh beantragen, Alltag konkret dokumentieren

Der formlose Antrag ist schnell gestellt. Die Qualität der Vorbereitung entscheidet jedoch mit darüber, ob der tatsächliche Unterstützungsbedarf vollständig sichtbar wird. Sichern Sie das Antragsdatum, nutzen Sie die Pflegeberatung, dokumentieren Sie den Alltag und vergleichen Sie später Gutachten und Bescheid.

Offizielle Quellen und Prüfstand

Inhaltlich geprüft am 15. Juni 2026. Im Einzelfall sind Schreiben, Fristen und Entscheidungen der zuständigen Pflegekasse maßgeblich.

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